Kurze Geschichte einer dummen Idee

Am 15. November organisiert die parlamentarische Linke von Juso über Grüne bis zur SP gemeinsam mit den Gewerkschaften eine Demonstration gegen die «Milliarden-Abzockerei». Dazu musste natürlich ein plakatives und möglichst effekthaschendes Sujet her. Und so so dachten sich einige Kreative besonders kreativ: «Hey, wir machen doch einfach dieses scheussliche Plakat der SVP zur Einbürgerungsinitiative mal auf links». Gesagt, getan. Man wechselte also die nach schweizer Pässen greifenden Hände durch goldbeschmückte und anzugbekleidete Arme und Hände aus, welche nach Geldnoten griffeln. Da man von den organisierenden Kräften sowas wie eine Kritik am Kapitalismus ohnehin nicht erwarten kann und das Motto entsprechend «Milliarden-Abzockerei Stop» lautet, müsste man sich darüber auch nicht weiter ärgern. Wenn man natürlich auch den affirmativen Standpunkt und ihr alternatives Staatsprogramm kritisieren muss.


Ganz rechts: Die Schweiz, ein Schwein!

Richtig ärgerlich wird es nun aber doch, weil da ein ganz besonders heller Kopf auf die glorreiche Idee kam, statt der Kiste mit Geld doch eine Sparschwein mit Schweizerkreuz ins Zentrum des zu plakatierenden Unsinns zu stellen. Etwas näher an der Aussage des Ursprungsplakates ist man damit bereits wieder: Da machen Leute die Schweiz kaputt! Aufpassen! Und damit wird dann auch gleich der Rahmen der Veranstaltung bildlich klargestellt: Man muss das Sparschwein Schweiz vor den gierigen Banken und Banker schützen. Natürlich muss man dazu auch den bornierten Stolz auf das weisse Kreuz vor rotem Grund mobilisieren. Damit machen Gewerkschaften und die sozialdekorativen Parteien mal wieder, was sie immer machen: Den nationalen Standort verteidigen und eine alternative Verwertungsperspektive bieten.


1 Antwort auf “Kurze Geschichte einer dummen Idee”

  1. 1 Die Finanzkrise bringt die Menschen auf die Strasse « infovs Pingback am 12. November 2008 um 14:30 Uhr
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