Finanzkrise zerreisst die Schweiz

Die Juso ist «wütend»! Sie will sich nicht «verarschen» lassen! Man solle dem «Volk das Geld zurück geben»! Denn sonst, ja sonst wird die UBS blockiert! Und zwar solange bis die «Bonzen» das Geld rausrücken. Dem Finanzplatz Schweiz drohen bürgerkriegsähnliche Zustände! (Natürlich «friedlich und gewaltfrei» wie die Juso in vorauseilendem Gehorsam versichert)


Wenn ich gross bin, werd ich Bundesrat!

Einen ersten Warnschuss haben die Jungpolitiker bereits abgeben und der UBS «Stellvertretend für die aufgebrachte Mehrheit der Schweizer Bevölkerung» ein Ultimatum gestellt. Und dieses Ultimatum liest sich geradezu wie das Programm einer revolutionären Partei:

1. Zahlen Sie umgehend alle Boni der letzten fünf Jahre zurück! Boni sind dafür da, um ausserordentliche Leistungen zu belohnen – nicht ausserordentliche Fehlleistungen.

Ohne Fleiss kein Preis! Das wussten schon die Bibel, Bebel und Lenin. Und wer nicht eine (ausser)ordentliche Leistung erbringt, der hat auch keine Boni verdient. Wo kämen wir da hin, wenn da ein jeder daherkommen und ohne Leistung Geld einstreichen könnte!

2. Beschränken Sie umgehend alle Löhne in der UBS auf maximal 500′000 Schweizer Franken! Niemand von Ihnen hat es verdient, mehr zu verdienen als ein Bundesrat.

Da verdienen doch diese Manager und Spekulanten tatsächlich mehr als die hart und im Dienste des Volkes arbeitende Exekutive des schweizer Staates. Dieses Leute-Abschieben, Militär-Restrukturieren, Gesetze-Ändern und Sozialleistungen-Kürzen ist harte Arbeit. Da können doch nicht diese durch mangelnde Leistung glänzenden Bonzen mehr verdienen. Und schliesslich will man ja auch, wenn man dann mal gross ist selber noch ein richtiger Politiker werden oder wenigstens ein administratives Pöstchen im Bundeshaus bekleiden. Einmal das links und das rechts um die Ohren (natürlich friedlich und gewaltfrei).

3. Stellen Sie umgehend alle Schmiergeldzahlungen an Parteien und Fraktionen ein! Über Jahre haben sich die Grossbanken in der Schweiz die Loyalität der bürgerlichen Parteien teuer erkauft, das ist eine elende Sauerei.

Tja, das ist natürlich ausserordentlich schlimm, wenn rauskommt, dass die UBS über Jahre Schmiergelder an die Parteien bezahlt hat. Anderenorts nennt man das Wahlkampfspenden, Verwaltungsratposten oder einfach Zuwendungen und weiss, dass die Interessen der Kapitalfraktionen sich nunmal auch ganz konkret ihren Weg suchen.

Wir geben Ihnen 48 Stunden um unsere Forderungen zu erfüllen. Sollten Sie ihnen nicht nachkommen, sehen wir uns gezwungen, zu Mitteln der friedlichen Blockade, des gewaltfreien Protest und des zivilen Ungehorsams gegen ihre Bank zu greifen.

Die Bankenwelt zittert! Der Bundesrat ist alarmiert (aber etwas geschmeichelt)! Die politische Macht – so hofft mancher insgeheim – komme für einmal nicht aus den Gewehrläufen, sondern aus den Köpfen ergo Tischbomben der Juso-Mitglieder. Toi, toi, toi! Falls alles schief geht, könnt ihr ja immer noch für eine vernünftige(!) Hanfpolitik «kämpfen»!


6 Antworten auf “Finanzkrise zerreisst die Schweiz”

  1. 1 Savo Vasic 23. Oktober 2008 um 7:48 Uhr

    :-) sehr schön.

  2. 2 Erich 24. Oktober 2008 um 9:37 Uhr

    wunderbar. v.a. die bildunterschrift zum juso-revoluzzer mit den zersausten haaren. was hab ich mich weggeschmissen.

  3. 3 böh :/ 24. Oktober 2008 um 11:32 Uhr

    die juso macht sich für die profite der kapitalisten zu ungunsten derer verwaltung stark. nice…

  1. 1 Finanzkrise zerreisst die Schweiz Pingback am 23. Oktober 2008 um 18:01 Uhr
  2. 2 Der JUSO. Eine Prophylaxe (Teil 1) // teilnehmende beobachtungen Pingback am 29. Oktober 2008 um 2:41 Uhr
  3. 3 Peer Steinbrück tritt der JUSO bei! // teilnehmende beobachtungen Pingback am 26. November 2008 um 3:42 Uhr
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