Archiv für März 2007

Shame on a Simpson

Wu-Tang-Video von den Simpsons:

Dazu eine marxistische Analyse der Simpsons (auf englisch):
marxist analysis of the simpsons

Störgeräuschen

Verstörter Leben sagt:
Brandenburg HALS MAUL

Teilnehmende Beobachtungen findet:
Gott HIRN REGNEN

Was wiederum zu Verstörter Lebens
BOMBER HARRIS DO IT AGGAIN
passen dürfte.

Das war wohl grad mein erstes, aber
sicherlich letztes Gedicht

Arbeit essen Seele auf

«Das sich Gleichmachen, Zivilisieren, Einfügen
verbraucht all die Energie, die es anders machen
könnte, bis aus der bedingten Allmenschlichkeit
die Barbarei hervortritt, die sie ist.» (Theo A.)

Mein Leben ist eine einzige grosse Fluchtbewegung. Als ich vor etwa zwölf Jahren morgens um sieben Uhr das erste mal den Schauplatz meiner künftigen Berufslehre betrat, wusste ich spontan: diese Welt ist falsch eingerichtet. Was sich als (Flucht)-Reaktion erst noch in übermässigem Drogen- und Alkoholkonsum äusserte, wandelte sich im Verlauf meiner Ausbildung und meines Verschleisses in eine aktive Sympathie für die RAF, welche sich blöderweise wenige Jahre später auflöste. Nicht dass ich dem Gerede von «dem Volke dienen» oder der «antiimperialistischen Front» allzuviel abgewinnen konnte, aber ich wusste: Da schiessen Leute wild um sich, weil sie die Welt, wie sie ist, nicht ertragen wollen. Und wenn sich, wie in meinem Fall, die eigene Lebensperspektive auf ein Mühsal bis zur Pension in Altersstarrsinn verengt, dann bleibt einem nicht viel…

Aktuell arbeite ich seit drei Wochen wiedermal acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Als ich am ersten Morgen das Büro im dritten Untergeschoss betrat wusste ich schlagartig wieder, warum ich Kommunist – oder was ich damals darunter verstand – geworden bin. Hungernde Kinder in entlegenen Weltgegenden? Krieg und Bomben? Paramilitärs und Folter? Tragödien sondergleichen. Nur: Momentan hab ich den Kopf voller Lohnarbeit und den Bauch voller Wut. Und das beschränkt sich nicht bloss auf den Moment der Tätigkeit, sondern okkupiert das ganze Bewusstsein. Der Stumpfsinn, der einen allmorgendlich befällt, dehnt sich über die Arbeitszeit hinaus und weicht höchstens stückweise in den der Arbeit am weitesten entrückten Momenten der Woche. Wenn man mal wieder glaubt etwas freier atmen oder meinetwegen trinken zu können, zieht einem der Gedanke an den nächsten Montag den Boden unter den Füssen weg. Eine Verschwendung des Lebens ohne gleichen. Doch niemand konduliert oder weint deswegen. Im Gegenteil, wird man doch erst so zum vollwertigen Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft. Heissa!

Während die Jugend die Legitimation der individuellen Rebellion besitzt, da der Internalisierungs- und Verbiegungsprozess noch nicht gänzlich abgeschlossen ist, werden ältere Jahrgänge die sich dem Zwang nicht unterwerfen wollen in der Regel pathologisiert (und/oder als Alkis und Sozialfälle marginalisiert). So wird die gesellschaftliche Bedingung der kläglichen Existenz zum individuellen Problem und der Betroffene zum Sozio- oder Psychopathen gemacht. Gesellschaftlich einigermassen akzeptiert bzw. totgeschwiegen wird bloss noch die sogenannte «Midlifecrisis», wenn sich alternde Männer – schockiert über den Stumpfsinn ihrer bisherigen Existenz – schnelle Autos und junge Freundinnen anschaffen und sich auch sonst äusserst sonderbar benehmen. Heute weiss ich, der Umsturz dieser Zustände, so nötig er ist, ist in den nächsten Stunden nicht zu erwarten und die individuelle Befreiung bleibt Ideologie in den Köpfen oftmals gut situierter Verzichtsprediger. Und so richte ich mich temporär ein, so gut es geht, hänge allabendlich meinen Gewaltfantasien nach und höre laute Punkmusik, in der viel geflucht wird. Tja.

In und um mich

So sieht’s hier aus:

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