eugénique chic

Die Weltwoche kümmert sich seit einigen Ausgaben ausgiebig um die natürliche Determination des Menschen. Dazu untersucht sie unter sinnigen Titeln wie «The Female Brain», wie es in den Frauen denkt. Oder sie befragt Neuropsychologen und Genetiker um die absehbaren Aussagen nicht selbst verantworten zu müssen. In der letzten Ausgabe nun findet sich ein Interview mit dem «Entdecker der DNA» James Watson. Da mir schlicht der Antrieb fehlt, den sozialdarwinistischen Humbug zu kommentieren, sind im Folgenden bloss die «schönsten» Aussagen zitiert und «Klassikern der Eugenik» gegenübergestellt:

Man könnte sogar argumentieren, dass wir dümmer werden, weil intelligente Frauen sich immer seltener Fortpflanzen. Alle mit Universitätsabschluss sollten vier Kinder haben. (James Watson)

Wenn dann die schlechteste Menschenware Dutzende von Dummköpfen, Verbrechern, Krüppeln, Tuberkulösen und sonstigen Missgestalten erzeugt hat, bauen wir überall Irrenanstalten, Siechenhäuser, Korrektionshäuser, Idiotenanstalten, Epileptiker- anstalten, Altersasyle und Zuchthäuser, um die schlimmsten Früchte der Entartung auf unsere Kosten zu versorgen. (August Forel)

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Wenn die DNA-Studien uns zeigen, dass wir nicht gleich sind, wie sollten wir miteinander umgehen? Wie soll man Psychopathen behandeln? Die scheinen keine moralischen Werte zu haben. (…) Es könnte genetisch bedingt sein. Dann würde man unabänderlich als schlechter Mensch geboren. Die Gesellschaft hätte dann die Wahl, solch einen Menschen für den Rest seines Lebens ins Gefängnis zu stecken oder ihn zu töten. (James Watson)

Wir werden vielleicht eines Tages zu der Auffassung heranreifen, dass die Beseitigung der geistig völlig Toten kein Verbrechen, keine unmoralische Handlung, keine gefühlsmäßige Rohheit, sondern einen erlaubten nützlichen Akt darstellt. (Alfred Erich Hoche)

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Wir wollen uns doch alle verbessern. Wir wollen bessere Möbel, wir schicken unsere Kinder in bessere Schulen. damit sie bessere Chancen haben, wir kaufen ihnen die beste Kleidung, die wir uns leisten können, wir wollen besser aussehen. Zahlreiche Leute gehen zum Schönheistchirurgen. Ich finde das grossartig. (James Watson)

[Der Einzelne solle wissen,] dass er durch Selbstzucht, Arbeit und ebenmäßige Ausbildung seiner Kräfte, durch Verdrängung minderwertiger Konkurrenz, durch Pflege des Gesunden und Tüchtigen, und Ausscheidung des Kranken und Verhinderung desselben an der Fortpflanzung, durch Liebesheirat in der Blüte seiner Jahre und Zeugung und tüchtige Erziehung einer ansehnlichen Kinderschar seinen eigenen Stamm… zum Siege über andere führt (Alexander Tille)

Und auf alle Zweifel und Fragen kennt der neue Mensch des kommenden Ersten Deutschen Reiches nur eine Antwort: Ich will (Alfred Rosenberg)


4 Antworten auf “eugénique chic”

  1. 1 far 02. November 2006 um 1:17 Uhr

    nazis…

  2. 2 Klaus Last 02. November 2006 um 2:06 Uhr

    Die Weltwoche (Vereinfachung der bestimmenden Redaktoren) ist wirklich ein ganz übles Gemisch aus wirschaftlichem Liberalismus, biologistischem Menschenbild und politischem Konservatismus/reaktionärer Propaganda.

  3. 3 kapsler hauser 02. November 2006 um 11:45 Uhr

    wirklich harter stoff!

  4. 4 hoax 08. November 2006 um 4:03 Uhr

    Vor ein paar Tagen hatte ich eine aehnliche Diskussion mit meinem Gastvater. Seiner Meinung nach, sollten Neugeborene, welche aus irgendwelchen Gruenden fuer den Rest ihres Lebens Fuersorge brauchen sofort getoetet werden, wenn die Eltern nicht selbst fuer die Kosten aufkommen koennen. Staatliche Fuersorge koste zuviel und solle besser fuer Bildung ausgegeben werden. Der Mensch sei schliesslich nur ein Tier, welches sich viel zu sehr von seinen Emotionen beeinflussen lasse.

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