Archiv für November 2006

Musik hören 7

What’s this?
Es heisst nicht «Life sucks»

Aufschlag. Stille?

Wenn Menschen von einer gewissen Höhe auf dem Boden aufschlagen, sind sie danach in aller Regel still. Nicht so Henryk M. Broder. Nachdem er vor langer Zeit mit grossem Krach in der besten aller Welten aufgeschlagen ist, steigert er sich zusehends in deren Apologie. Der in antideutschen Kreisen gerne gelesene Autor geht dabei über das hinaus, was liberalen Nationalisten so einfällt. Falsche Integration: Die Deutschen lernen Türkisch, des Staates wegen und die Türken weigern sich Deutsch zu lernen. Palaverte er schon in seiner Kolumne in der Weltwoche. Nun ist dieses Jahr sein Buch mit dem wunderbaren Titel «Hurra, wir kapitulieren» erschienen, in welchem er sich ausführlich über die zu wenig militante Zivilisation und ihre vermeintliche Kapitulation vor dem Islam auslässt. Und was schlägt er als Heilmittel vor? Mehr Militanz der Zivilisation! Scheinbar ist Herr Broder nicht aufgefallen, dass sich die bürgerliche Gesellschaft dadurch auszeichnet, dass sie die Gewalt ihren BürgerInnen entzieht und sie im Staatsapparat konzentriert. Und dieser ist mit der von Broder so gewünschten Gewalt gerne zur Hand, sei dies bei der Ausschaffung von «Hasspredigern», bei der «Befriedung» von Afghanistan oder auch einfach um Gesetzesübertretern eines auf die Mütze zu geben. Dass die Durchsetzung des Gesetzes, weder ein praktisches Problem noch eine Verhandlungssache darstellt, steht fest. Und dass der Staat den Rahmen festlegt, in welchem sich die auf seinem Territorium Lebenden zu verhalten haben, soll auch schon einigen aufgefallen sein. Ganz offensichtlich steht Broders Verstand in keinem Verhältnis zur Schärfe seiner Feder. Und so macht er einen riesen Krach, dass Parallelgesellschaften und allerlei Islamisten unsere so arg schöne Zivilisation bedrohen. Aufschlag. Stille? Weit gefehlt.

Märchen mit Onkel Marx

Der MDR hat ein paar Märchen mit Marx als Ideengeber produziert.

Rumpelstilzchen
Hänsel und Gretel
Froschkönig

(via KF)

Musik hören 6

Bleiben wir dem Genre treu.
Super MC. Aber wer? Und welches Lied?

PS: Dank an Mr. Conga

eugénique chic

Die Weltwoche kümmert sich seit einigen Ausgaben ausgiebig um die natürliche Determination des Menschen. Dazu untersucht sie unter sinnigen Titeln wie «The Female Brain», wie es in den Frauen denkt. Oder sie befragt Neuropsychologen und Genetiker um die absehbaren Aussagen nicht selbst verantworten zu müssen. In der letzten Ausgabe nun findet sich ein Interview mit dem «Entdecker der DNA» James Watson. Da mir schlicht der Antrieb fehlt, den sozialdarwinistischen Humbug zu kommentieren, sind im Folgenden bloss die «schönsten» Aussagen zitiert und «Klassikern der Eugenik» gegenübergestellt:

Man könnte sogar argumentieren, dass wir dümmer werden, weil intelligente Frauen sich immer seltener Fortpflanzen. Alle mit Universitätsabschluss sollten vier Kinder haben. (James Watson)

Wenn dann die schlechteste Menschenware Dutzende von Dummköpfen, Verbrechern, Krüppeln, Tuberkulösen und sonstigen Missgestalten erzeugt hat, bauen wir überall Irrenanstalten, Siechenhäuser, Korrektionshäuser, Idiotenanstalten, Epileptiker- anstalten, Altersasyle und Zuchthäuser, um die schlimmsten Früchte der Entartung auf unsere Kosten zu versorgen. (August Forel)

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Wenn die DNA-Studien uns zeigen, dass wir nicht gleich sind, wie sollten wir miteinander umgehen? Wie soll man Psychopathen behandeln? Die scheinen keine moralischen Werte zu haben. (…) Es könnte genetisch bedingt sein. Dann würde man unabänderlich als schlechter Mensch geboren. Die Gesellschaft hätte dann die Wahl, solch einen Menschen für den Rest seines Lebens ins Gefängnis zu stecken oder ihn zu töten. (James Watson)

Wir werden vielleicht eines Tages zu der Auffassung heranreifen, dass die Beseitigung der geistig völlig Toten kein Verbrechen, keine unmoralische Handlung, keine gefühlsmäßige Rohheit, sondern einen erlaubten nützlichen Akt darstellt. (Alfred Erich Hoche)

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Wir wollen uns doch alle verbessern. Wir wollen bessere Möbel, wir schicken unsere Kinder in bessere Schulen. damit sie bessere Chancen haben, wir kaufen ihnen die beste Kleidung, die wir uns leisten können, wir wollen besser aussehen. Zahlreiche Leute gehen zum Schönheistchirurgen. Ich finde das grossartig. (James Watson)

[Der Einzelne solle wissen,] dass er durch Selbstzucht, Arbeit und ebenmäßige Ausbildung seiner Kräfte, durch Verdrängung minderwertiger Konkurrenz, durch Pflege des Gesunden und Tüchtigen, und Ausscheidung des Kranken und Verhinderung desselben an der Fortpflanzung, durch Liebesheirat in der Blüte seiner Jahre und Zeugung und tüchtige Erziehung einer ansehnlichen Kinderschar seinen eigenen Stamm… zum Siege über andere führt (Alexander Tille)

Und auf alle Zweifel und Fragen kennt der neue Mensch des kommenden Ersten Deutschen Reiches nur eine Antwort: Ich will (Alfred Rosenberg)

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